Sie möchten einen schwarzen, bildschönen Hengst mit einer weißen Blesse? Er soll ein Verlasspferd, brav, geländesicher, fertig ausgebildet im Spring- und Dressursport bis M sein? Stockmaß zwischen 1,68 m und 1,71 m, kerngesund mit einem 1-er TÜV, ohne Allüren und mit einem Stammbaum, der sich sehen lassen kann? Außerdem soll das Pferd nicht über 2.000 Euro kosten, aus erster Hand sein und in einem Umkreis von 20 km um Ihren Wohnort stehen! - Dann tut es uns leid. Hierbei können wir Ihnen leider nicht helfen.
Bevor Sie sich nach einem Pferd umsehen, sollten Sie sich genau darüber im Klaren sein, was Sie mit dem Pferd machen wollen und wie viel Sie dafür ausgeben möchten.
Schönheit ist natürlich relativ und liegt immer im Auge des Betrachters. Für ein Springpferd ist dieser Aspekt sicherlich völlig unerheblich. Im Dressursport dagegen ist er immens wichtig. Auf Schönheit und einem guten Papier kann man aber bekanntermaßen nicht reiten. In erster Linie sollte das Pferd zu Ihnen - und Sie auch zu dem Pferd - passen. Das herauszufinden ist schwierig und zeitaufwändig.
Haben Sie sich schon einmal ein Pferd gekauft, das dann nach kurzer Zeit plötzlich nicht mehr so brav wie beim Probereiten war? Oder fing es plötzlich nach ein paar Wochen an zu husten oder zu lahmen? Solche Dinge sind natürlich nicht immer auszuschließen, denn niemand kann in ein Pferd hineinschauen. Um diese Risiken aber zu minimieren, ist es wichtig zu wissen woher das Pferd kommt und wie es bisher gehalten und geritten wurde.
Es kann immer passieren, dass das anfangs brave Pferd schnell mit Ihnen macht was es will. Grundsätzlich ist die Schuld in diesen Fällen aber zuerst beim Reiter selbst zu suchen. Jedoch gibt es auch unter den Pferden einige Chaoten. Erfahrungsgemäß wurden diese dann aber durch schlechte und brutale Reiter dazu gemacht. Es ist daher wichtig, sich von einem unabhängigen erfahrenen Reiter und Pferdekenner bei der Auswahl des Pferdes beraten zu lassen. Sie müssen das Pferd reiten können und mit ihm zurechtkommen.
Ebenso zweischneidig wie der Charakter des Pferdes ist seine Gesundheit. Gewährsmängel sollten natürlich von vorneherein ausgeschlossen werden. Darum sollte immer eine Ankaufsuntersuchung gemacht werden.
Viele vermeintliche Mängel müssen sich aber nicht notwendigerweise auf die Leistungsfähigkeit des Pferdes auswirken. Ich selber kaufte ein Pferd trotz eines schweren Hufrollenbefundes und ritt es danach noch jahrelang erfolgreich in vielen Springen bis Kl. S. Durch orthopädische Beschläge und ein ausgewogenes Maß an Belastung und Erholung verschlechterte sich die Hufrolle während dieser Zeit nicht mehr. Auch Spat oder ein Chip ist nicht unbedingt ein Grund, ein Pferd nicht zu kaufen. Mein erstes Dressurpferd war bereits 14 als ich ihn kaufte, hoch platziert und hatte Spat. Trotzdem habe ich ihn 4 Jahre lang erfolgreich bis M/A im Dressursport geritten. Heute, 23-jährig, trägt er seine neue Besitzerin immer noch problemlos durch E- und A-Dressuren Es kommt auch immer darauf an, wo und wie das Pferd eingesetzt werden soll.
Bei der Auswahl des Pferdes sollten Sie sich nicht von großen Entfernungen abschrecken lassen. Das Traumpferd in Ihrer Umgebung gibt es wirklich nur in den seltensten Fällen. Falls Sie trotz einer weiten Anfahrt das richtige Pferd finden, war es die Anstrengung auf jeden Fall wert. Falls nicht, verbinden Sie die lange Fahrt einfach mit einem Ausflug. Grundsätzlich sollte die Entfernung keine Rolle spielen. Nicht umsonst nehmen viele ausländische Reiter die hohen Kosten einer Fahrt nach Deutschland bzw. Europa in kauf.
Falls Sie sich dafür entscheiden, meine Hilfe beim Kauf Ihres Pferdes in Anspruch zu nehmen, werde ich ihnen immer die Möglichkeit geben, mehrere Pferde anzuschauen und auszuprobieren. So haben Sie einen direkten Vergleich und wissen sofort, welches Pferd Ihnen liegt und welches eher nicht. Denn es ist auch ganz wichtig zu wissen, welches Pferd man nicht will.